Offener Brief an Rat und Bezirksvertretung 3 

Am 20.3.14 haben wir einen offenen Brief an den Rat der Stadt und an die Bezirksvertretung 3 per Mail zugestellt. Der Brief steht weiter unten auch als pdf zum Download bereit. Hier der Wortlaut:

 

Sehr geehrte Damen und Herren der Ratsfraktionen und der BV3,

 

wir, die Bürgerinitiative Bilk pro Bunker, kämpfen für den Erhalt des Bilker Bunkers. Bei der durch die BV3 genehmigten und von der Verwaltung positiv beschiedenen Bauvoranfrage das Grundstück Aachener Str. 39 betreffend wurde bereits auf die Erhaltungssatzung der Stadt Düsseldorf verwiesen, hier allerdings eine Neubebauung betreffend.

Wir weisen hier nachdrücklich darauf hin, dass dieser Bauvorbescheid unter recht fragwürdigen Umständen zustande gekommen ist. Es wurde erst nach Aufforderung durch die  Bauaufsicht ein Plan zur Erstellung der notwendigen Stellplätze eingereicht,der so allerdings gar nicht realisierbar ist. Denn erstens wird hierzu die gesamte Grundstücksfläche ohne Abstände zu den Nachbargrundstücken verplant und zweitens ist selbst dann die Neigung der Rampe unzulässig steil. Würde man die Rampe vorschriftsmäßig planen, fehlt der Platz für die erforderliche Anzahl Stellplätze. Und wie will man das gesamte Grundstück mit einer Tiefgarage bebauen, wenn man andererseits vorgibt das bestehende Kellergeschoss nicht abreißen zu wollen?

Das bedeutet unserer Ansicht nach: Die Bewilligung ist unter falschen Voraussetzungen zustande gekommen.

 

Nun liegt ein Antrag zum Abriss des Bunkers bei der Verwaltung vor. Das eingereichte Konzept ist in sich widersprüchlich und in weiten Bereichen völlig unzureichend. So ist z.B. einerseits vom Abbruch bis Oberkante Kellerdecke die Rede, an anderer Stelle spricht man aber doch vom Rückbau der Kellerdecke und der Kellerwände.

Eine Klärung vorab wäre unbedingt erforderlich. Nur so wäre zu vermeiden, dass nach einem eventuellen Abrissbeginn unter dem Druck der Tatsache, dass der Bunker dann bereits teilweise abgerissen wäre, Genehmigungen erteilt werden müssten, die sonst nie erteilt würden. Denn eine dann entstehende Bauruine dieser Art kann sich Düsseldorf schlecht leisten.

 

Der Rat der Stadt Düsseldorf hat im August 1989 eine Erhaltungssatzung beschlossen, auf deren Basis nun der Abriss des Bunkers verhindert werden kann und sollte. Wir fordern deshalb die Damen und Herren aller Fraktionen auf, der besonderen Situation Rechnung zutragen, die Satzung zu respektieren und alle möglichen und zur Erhaltung des Bunkers notwendigen Schritte zu unternehmen. Bitte stellen Sie die entsprechenden Anträge in den geeigneten Gremien und stimmen Sie in allen diesbezüglichen Abstimmungen entsprechend ab, um den Bunker zu erhalten. Die Bürgerinnen und Bürger werden es Ihnen danken!

 

Die Erhaltungssatzung sieht ausdrücklich die Möglichkeit vor, eine Abrissgenehmigung nicht zu erteilen, ”wenn die bauliche Anlage allein oder im Zusammenhang mit anderen baulichen Anlagen das Ortsbild, die Stadtgestalt oder das Landschaftsbild prägt oder sonst von städtebaulicher,insbesondere geschichtlicher oder künstlerischer Bedeutung ist.“

 

Es steht wohl außer Frage,dass der Bunker das Bilker Ortsbild nachhaltig prägt. Auch dürfte eigentlich klar sein, dass er sowohl von geschichtlicher als auch von künstlerischer Bedeutung ist.

 

In geschichtlicher Hinsicht hat er eine besondere Bedeutung durch seine Nutzung bzw. Bereitstellung im heißen wie im kalten Krieg und durch seine Entstehungsgeschichte. Dass er ander Ecke Aachener Str./Karolingerstr. gebaut wurde, hat einen besonders traurigen historischen Hintergrund: Der Einschlag einer bis dahin unbekannten Luftminenart in das Wohnhaus, das an der Stelle des Bunkers stand, brachte 1941fast alle Bewohner in ein Massengrab.

Auf der Fläche dieses Wohnhauses wurde dann der Bunker errichtet, der die Bevölkerung vor Luftangriffen schützen sollte. Diese ”moderne“ Form der Stadtzerstörung unter Verwendung von Luftminen leitete eine neue Epoche der Kriegsverwüstung in deutschen Städten ein und verleiht so diesem Bunker auch eine überregionale Bedeutung.

Später wurde er als Schutzraum für atomare Katastrophen ausgestattet und bis ins 21. Jahrhundert bereitgehalten.

 

Die künstlerische Bedeutung besteht darin, dass er 1995 unter sehr engagierter Mitwirkung der Stadt Düsseldorf und der Bilker Bürger von Klaus Klinger, einer internationalen Künstlergruppe und Farbfieber e.V. mit einem großflächigen Gemälde zu einem Mahnmal gegen den Kriegswahnsinn gestaltet wurde. Hier wurde ein Zeichen gesetzt sowohl für Völkerverständigung als auch für ein friedliches Miteinander im Stadtteil Bilk.

An anderer Stelle in Düsseldorf wurde ein Werk von Herrn Klinger, ebenfalls auf einem Bunker, unter Denkmalschutz gestellt und hier ist nun ein Werk von ihm vom Abriss bedroht,welches eben gerade das Leid, welches der Krieg auch über Bilk gebracht hat, thematisch aufgreift. In Verbindung mit dem Bauwerk, auf dem es sich befindet, ruft es uns Menschen dazu auf zusammenzustehen statt uns zu bekriegen. Die einzigartige Symbolik wurde bei der Einweihung von Honoratioren der Stadt und des Landes als zeitübergreifend und in besonderer Beziehung zur Geschichte Düsseldorfs und Bilks stehend bezeichnet.

 

Darüber hinaus muss an dieser Stelle auch noch kurz auf die Problematik im Falle eines Abrisses eingegangen werden. Sollte es zum Abriss kommen, sind erhebliche Schäden an den umliegenden Häusern unter den gegebenen Umständen nicht zu vermeiden.

Noch gravierender aber ist die notwendige Absicherung des einzigen Zugangs zum Schulgrundstück mit Kita,Musikschule, LernOrt Studio, Turnhalle und Wohnungen. Derzeit gibt es kein auch nur ansatzweise plausibles Konzept, wie diese Sicherheit hergestellt werden könnte.

Kinder, Jugendliche und Anwohner müssen bei laufendem Abriss durch die Baustelle! Wenn es hierbei zu Zwischenfällen kommt – und die Wahrscheinlichkeit ist bei der Art des Gebäudes und der hohen Frequenz der Passagen extrem hoch – wird man handeln müssen. Denn wenn das Kind im Brunnen liegt – bzw unter einem Betonbrocken – wird man sich beeilen nun aber alles richtig zu machen. Das würde dann vermutlich auf eine Evakuierung des gesamten Komplexes hinauslaufen. Wollen Sie das riskieren? Machen Sie es lieber jetzt richtig und verhindern Sie den Abriss durch die Einhaltung und Umsetzung der Erhaltungssatzung!

 

Auf eine Einladung der Bürgerinitiative zu einer Ortsbesichtigung und zu einem Gespräch vor Ort, beidem ihm auch die an ihn gerichteten Unterschriften von fast 1.200 weiterer Düsseldorfer Bürger übergeben werden sollen, hat der Oberbürgermeister bislang leider nicht reagiert. Wir hoffen nun umso mehr,dass wir auf Ihre Mitwirkung und Unterstützung zählen können.

 

 

Offener Brief an Rat & BV3
Aufforderung die Erhaltungssatzung umzusetzen

 

 

 

Offener Brief an OB Elbers 

Ingo Schiweck hat im Namen der Bürgerinitiative Bilk pro Bunker einen offenen Brief an OB Elbers verfasst und am 12.2.14 per Post verschickt. Er fordert darin den OB auf, sich den Sorgen der Bürger zu stellen und zum Abriß dieses Mahnmals Position zu beziehen.

 

Weiter unten können Sie den Brief als pdf herunterladen, hier der Brief als Text:

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
die Bürger im Düsseldorfer Stadtteil Bilk sind in Sorge: Einem historischen Mahnmal und zugleich wichtigen Kunstwerk droht der Abriss!
Ein Unternehmen hat angekündigt, den Hochbunker an der Kreuzung Aachener Straße/Karolingerstraße sprengen und abreißen lassen zu wollen. Dagegen hat sich die Bürgerinitiative Bilk pro Bunker formiert.
Der prominent platzierte Hochbunker ist aus Sicht der Bilker Bürger unter mehreren Gesichtspunkten absolut schützens- und erhaltenswert:
1. Das Gebäude stellt eines der wenigen verbliebenen Zeugnisse aus der Zeit des Nationalsozialismus dar, die uns in unserem Alltag an den Irrsinn und die Schrecken dieses totalitären Regimes auf deutschem Boden erinnern.  

2. Der Bunker erinnert zugleich an die Phase des Kalten Krieges. Der Schutzraum wurde nach dem Zweiten Weltkrieg mit großem Aufwand für den damaligen Zivilschutz umgerüstet und ist im Innern noch weitgehend original erhalten.
3. Das beeindruckende bunte Bild auf dem Bunker mit dem Titel „Zeitreisende“ ist 1995 von einer internationalen Künstlergruppe gestaltet worden und symbolisiert das fragile Zusammenleben verschiedener Kulturen in einer gemeinsamen Welt – für einen bunten Stadtteil wie Bilk ganz wichtig! Düsseldorfer beziehungsweise Bilker Persönlichkeiten und Elemente von Heinrich Heine bis zum Fernrohr der 1943 zerstörten Sternwarte blicken vom Bunker auf uns herab.
Wäre schon der Abriss des Hochbunkers an sich ein ungeheurer Verlust für Bilk und Düsseldorf, so würde auch weitere historische Bebauung in Mitleidenschaft gezogen. Hinter dem Bunker steht eine denkmalgeschützte Schule von 1904/05, die der Stadt Düsseldorf gehört. Direkt an den Schutzraum grenzt ein Wohnhaus aus der gleichen Zeit. Schäden an diesen Gebäuden sind vorprogrammiert. Deren Nutzung – unter anderem durch die Schüler- Kreativwerkstatt Lernort Studio, die städtische Musikschule und eine Kindertagesstätte – wäre stark gefährdet, teils wohl unmöglich.
Herr Oberbürgermeister, die Bürgerinitiative Bilk pro Bunker setzt sich dafür ein, den Bunker zu erhalten und ihn einer möglichst sinnvollen Nutzung als bezahlbaren Kultur- und/oder Wohnraum zuzuführen. Sie hat auf der Straße und online schon circa 2000 Unterschriften von Bürgern sammeln können, die ihre Ziele unterstützen. Wir fordern Sie auf: Beziehen Sie Stellung zur geplanten Vernichtung von Düsseldorfer Geschichte und Kultur. Helfen Sie, ein Zeichen zu setzen für ein lebenswertes, soziales und geschichtsbewusstes Düsseldorf.
Mit freundlichen Grüßen
Ingo Schiweck für die Bürgerinitiative Bilk pro Bunker

 

 

offener Brief an OB Elbers
Brief von I. Schiweck für b-p-b an OB

 

Mit Datum 26.3.14 kam eine Antwort auf obigen offenen Brief an OB Elbers von der Bauaufsicht, die damit ja nur teilweise zu tun hat. So wird mit keinem Wort auf die Argumente zum Erhalt des Bunkers eingegangen und auch nicht auf die gesammelten Unterschriften.

Aus technischen Gründen können wir hier nur das Schreiben als pdf zum Download zur Verfügung stellen.  

 

(K)eine Antwort vom OB
Die Antwort der Bauaufsicht geht an wesentlichen Themen vorbei
OB an Ingo 26.3.14.PDF [ 403.5 KB ]

 

Mit gleichem Datum kam ein Brief an Peter Schulz, der einen Brief an den OB im Auftrag der BI unterzeichnet hatte, ebenfalls von der Bauaufsicht. In diesem Brief wurde der OB zu einem Ortstermin gebeten um sich einen Eindruck vor Ort zu machen und gleichzeitig knapp 1200 Unterschriften entgegen zu nehmen. Dieser Brief ging am 9.3.14 an den OB, also etwa einen Monat nach dem offenen Brief. Auch hier keine Silbe zu den Interessen einer breiten Bürgerschaft, sondern lediglich einige "beruhigende Worte" an den Nachbarn. Was sollen die Mitarbeiter der Bauaufsicht auch dazu sagen, ob, wann und wo der OB eine Unterschriftenliste entgegen nimmt? Und was sollen sie dazu sagen, wie die Stadt Düsseldorf sich dazu stellt, dass Bürger ein "Wahrzeichen", Kunstwerk und Mahnmal erhalten sehen möchten?

Beide Schreiben können wir hier auch nur als pdf zur Verfügung stellen.

 

Brief an OB Elbers 9.3.14
Ob wird zum Ortstermin mit Übergabe der 1200 Unterschriften gebeten
OB Elbers 9.3.14.pdf [ 204.9 KB ]

 

 

Bauamt statt OB
Bauaufsicht übermittelt im Auftrag des OB beruhigende Worte